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Krieg und Frieden des Vadim Sidur

Vladimir Lemport: Portrait von Vadim Sidur Vladimir Lemport: Portrait von Vadim Sidur

Am 25. April wurde die Wanderausstellung «Krieg und Frieden des Vadim Sidur», vorbereitet durch das Museums- und Ausstellungszentrum «Manege» (Moskau), im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin eröffnet. Im Rahmen der Russischen Saisons ist die Ausstellung im Tschechow-Saal noch bis 13. Mai zu sehen.

Der sowjetische Bildhauer und Grafiker Vadim Sidur (1924-1986) ist in Deutschland vor allem für seine Skulpturen bekannt, die in verschiedenen Städten an öffentlichen Plätzen stehen.

Die meisten seiner Werke handeln von Krieg und Gewalt. Im Zweiten Weltkrieg wurde der junge Sidur schwer verwundet. Nach dieser traumatischen Erfahrung sollen den Künstler Albträume bis an sein Lebensende verfolgt haben. Diese spiegeln sich in seiner Kunst nieder. So sieht man ein Selbstbildnis, das eine vollkommen verbundene Gestalt zeigt. Nur der Mund ist eine Öffnung, durch die sie ernährt wird. Auf anderen Skulpturen und Grafiken sind Männer mit amputierten Beinen an Seite ihrer Frauen dargestellt. Sie präsentieren das Leben nach dem Krieg: Sidur wollte zeigen, wie sich die zurückgekehrten Soldaten neu in den Alltag finden mussten.

Die Wanderausstellung solle einen Einblick in das Schaffen geben und die teilweise Nicht-Anerkennung des Künstlers korrigieren. Weniger bekannt ist Sidur noch in seiner Heimat, doch ändert es sich in den letzten Jahren: «Manege» stellte 2015 seine Werke aus und auch ein eigenes Museum hat der Künstler mittlerweile in Moskau.

Sein Werk ruft die ewige Frage der Menschlichkeit auf. Es soll den Betrachter dazu bringen, aus einem anderen Blickwinkel auf die Umwelt zu schauen und ein tieferes Verständnis für das Geschehen gewinnen. Vielleicht hilft es, so mag der Betrachter denken, dank Sidurs Arbeit - dank des Blickes auf die Vergangenheit, der sich hier ergibt - in die Zukunft zu sehen und die Welt zum Besseren zu verändern.


Alexandra Majorov

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