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Russian Times

(c) Frank Gaudlitz (c) Frank Gaudlitz

RUSSIAN TIMES ist ein fotografisches Langzeitprojekt von Frank Gaudlitz und verfolgt die gesellschaftliche Entwicklung in Russland über einen Zeitraum von 30 Jahren, beginnend 1988/89 mit Aufnahmen aus der ehemaligen Sowjetunion zu Zeiten von Perestroika und Glasnost.

Von 1992 bis ins neue Jahrtausend entstand ein eindrückliches Bildkonvolut über eine Zeit großer gesellschaftlicher Depression als Auswirkung blutiger Verteilungskriege, in der zwar Reformen neue Freiheiten und Rechte versprachen, vielfach aber Rechtlosigkeit und Armut das Ergebnis für die Mehrheit der Russen war.

Neben den großen Metropolen St. Petersburg und Moskau, dem goldenen Ring mit seinen altrussischen Orten Susdal, Iwanowo, Wladimir und Jaroslawl oder Städten wie Nishni Nowgorod, Kasan, Samara und Kaliningrad, fand Gaudlitz seine Bilder auch im asiatischen Teil des Landes, in den GULAGs und Nickelbergwerken auf der Halbinsel Taimyr, in den zentralasiatischen Regionen des Baikalsees und im Altai oder den Steinkohlerevieren Kemerovos.

Nach einem größeren zeitlichen Abstand setzte er sich in den letzten Jahren erneut mit den Veränderungen in Russland auseinander und erweiterte das vorhandene Bildkonvolut um ein aktuelles Kapitel. Mit einer letzten Reise im März/April 2018, die auch die Präsidentschaftswahlen einschließt, beendete Gaudlitz sein Gesamtprojekt.

Der inhaltliche Schwerpunkt der aktuellen Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld von Inszenierung und Realität und wurde sowohl auf politischer als auch persönlicher Ebene fokussiert.

Im Gegensatz zu den Bildern der 90er Jahre, die den Betrachter durch ihre Unmittelbarkeit emotional in das Geschehen hineinziehen, wählte Gaudlitz nun eine größere Distanz. Durch strenge, gradlinige Bildaufbauten erhalten die Aufnahmen etwas Bühnenhaftes. In diesem formalen Rahmen sind die Fotografien mit einem symbolischen Gehalt für die aktuellen Erscheinungen in Russland aufgeladen. Dazu begab er sich in das Innenleben der russischen Gesellschaft, besuchte politische Veranstaltungen, Kundgebungen, Museen, Messen, Modeschauen, diverse Clubs, Sauna- und Fitnessstudios, Ballettschulen oder Shoppingcenter und bewegte sich ganz bewusst in den Klischees der russischen Kultur.

Eine zweite Ebene fokussiert Orte, an denen ein patriotisches Bildvokabular bemüht wird, das Russland als Sieger- und Großmacht darstellt und in den Stilistiken oftmals an die kommunistische Zeit erinnert.

Am 18. Januar 2019 wird im Museum Dieselkraftwerk Cottbus die erste Ausstellung der Gesamtarbeit eröffnet. Das Goethe Institut beabsichtigt, diese auch in Moskau und St. Petersburg zu präsentieren.

Das Projekt wurde unterstützt,
in den 1990er Jahren
Deutscher Akademischer Austauschdienst; Jahresstipendium
Stiftung Kulturfonds; Jahresstipendium
MWFK des Landes Brandenburg
2017/2018
Goethe Institut Moskau und St. Petersburg

Zur Person:

Frank Gaudlitz hat bei Arno Fischer an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig Fotografie studiert. Seine Arbeiten wurden international in großen Einzelausstellungen präsentiert und vielfach mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet.
Er arbeitet analog an selbstkonzipierten Langzeitprojekten insbesondere in Russland, Osteuropa und Südamerika. Seine großen fotografischen Folgen "Die Russen gehen" (1990-1994), "Warten auf Europa" (2003-2005), "Casa Mare" (2006-2008), "Cruz del Sur" (2005-2015), "Sonnenstraße" (2010), "A Mazo - Die Amazonen des Amazonas" (2013-2016) und "Zwischen Zeiten" (1988-2018), spannen einen Bogen zwischen epochalen Ereignissen und Einzelschicksalen und wurde in umfangreichen Fotobänden veröffentlicht.
Frank Gaudlitz' Fotografien sind Plädoyers für eine Welt der Differenz und der Vielfalt. (..) Die "family of men", das sagen die Bilder, besteht aus Individuen, die einen Namen haben, erkennbar sind und ihren Platz in der Welt einnehmen.
So gesehen sind es Bilder der Hoffnung.

Hier können Sie ein Interview mit Frank Gaudlitz mit Kulturportal Russland lesen.

Frank Gaudlitz plant ein Buch seiner Ausstellung zu erstellen, das in der zweiten Jahreshälfte 2018 mit Hilfe einer Crowdfundingkampagne produziert werden und zur Premierenausstellung am 18. Januar 2019 vorliegen soll. Ziel der Crowdfundingkampagne ist es, die Produktionskosten für den geplanten Fotoband mit Hilfe der Unterstützer abzudecken. Für die Unterstützung gibt es eine Vielzahl an Gegenleistungen des Fotografen, im Wert von 15 Euro bis 1950 Euro, natürlich den signierten Fotoband, verschiedene Motive aus dem Projekt als Sonderedition, Postkarten, bibliophile Raritäten und einiges mehr.

Alle Erläuterungen zum Projekt, zur Kampagne, den Möglichkeiten der Unterstützung und den Gegenleistungen finden sie unter der folgenden Adresse:

www.visionbakery.com/gaudlitz-russland.

Dort kann man Herrn Gaudlitz direkt unterstützen. Die Plattform www.visionbakery.com verwaltet die eingegangenen Beträge. Wenn der Zielbetrag erreicht wird, erhalten alle Unterstützer ihre Gegenleistung, wenn er nicht erreicht wird erhalten alle Unterstützer ihren eingezahlten Betrag automatisch zurück. Es besteht also kein Risiko.