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Deutsch-Russische Fußballbrücken

(c) Pixabay (c) Pixabay

Im Rahmen der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland führt das Deutsch-Russische Forum e.V. gemeinsam mit der Brandenburgischen Sportjugend im Landessportbund Brandenburg e.V. und dem Deutschen Fußball-Bund vom 15. bis 27. Juni 2018 eine Reise in vier WM-Städte für fußballbegeisterte Jugendliche aus Deutschland und Russland durch.

Unter dem Motto "Deutsch-Russische Fußballbrücken" werden sich die Teilnehmer auf eine abenteuerreiche Zugreise von St. Petersburg, über Moskau, Rostow am Don bis nach Sotschi mit spannenden Teamschulungen, Straßenfußballturnieren und Freundschaftsspielen begeben. Als besonderes Highlight steht der Besuch des WM-Spiels zwischen Deutschland und Schweden am 23. Juni in Sotschi auf dem Programm. Darüber hinaus erwarten die Reisegruppe u.a. ein Besuch im Ferienlager "Orljonok" am Schwarzen Meer sowie eine Besichtigungstour im Kaukasus.

Von deutscher Seite nehmen 34 jugendliche Teilnehmer im Alter zwischen 18 und 27 Jahren aus neun Bundesländern teil. Insbesondere werden die Teilnehmer aus den Partnerstädten Michendorf - Nowoje Deviatkino, Hagen - Smolensk, Hamburg - St. Petersburg und vielen anderen deutsch-russischen Partnerstädten einbezogen. Dadurch sollen im Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften die städtepartnerschaftlichen Beziehungen unterstützt werden. Gerade Michendorf und Nowoje Deviatkino führen eine aktive Partnerschaft miteinander. So reisten bereits letztes Jahr Mitglieder der Gemeinde Michendorf nach Russland, um an der XIV. Städtepartnerkonferenz in Krasnodar teilzunehmen. Einige von ihnen befragten wir zu der bevorstehenden Reise.

Görmer, Steve (27; Foto 1), studiert Wirtschaftswissenschaften, spielt seit über 20 Jahren Fußball und ist Mitglied des Fußballvereins SG Michendorf e.V.
Für ihn wird es nicht die erste Reise nach Russland sein: "Ich nahm letztes Jahr am Deutsch-Russischen-Partnerjahr in Krasnodar teil. Es war toll! Die Menschen waren sehr gastfreundlich und das Wetter hat auch super mitgespielt. Am Ende fand ein Partnerschaftsabend statt, wo sich alle versammelten und es wurden sogar Fußballturniere veranstaltet."
Dieses Jahr hat ihm die Gemeinde Michendorf vorgeschlagen an dem Projekt "Deutsch-Russische Fußballbrücken" teilzunehmen.
Diesen Vorschlag nahm er mit Freude an: "Es wird auf jeden Fall sehr spannend und interessant, da für diesen Zeitraum sehr viel geplant ist. Man wird sicherlich eine Menge an neuen Eindrücken bekommen, da man permanent unterwegs sein wird. Durch die vielen Tourniere werden wir auch bestimmt viele neue Menschen kennenlernen."
Anlässlich des Jahrestages des Überfalls Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion am 22.06.1941 nehmen auch alle Teilnehmer des Projekts an der Kranzniederlegung in Orljonok teil.
"Ich finde solche Gedenkfeiern wichtig. Es soll daran erinnert werden was durch den Nationalsozialismus der Deutschen für Leid und Schaden in Russland entstanden ist. Solche Gedenkveranstaltungen veranschaulichen das Ausmaß von Kriegen und sollen für die Zukunft ein Zeichen setzten in Frieden zu leben."
Das Highlight der Reise ist der Besuch des WM-Spiels zwischen Deutschland und Schweden, worauf auch Steve sich mit vielen anderen Teilnehmern am meisten freut.

Rössel, Paul-Julius (23; Foto 2) studiert Bauingenieurwesen und spielt seit 13 Jahren Fußball.
Auch er ist Mitglied des Vereins SG Michendorf e.V. und nahm letztes Jahr ebenso an der Städtepartnerkonferenz in Krasnodar teil.
"Letztes Jahr habe ich leider nur sehr wenig von Russland bzw. Karsnodar gesehen, da ich sehr in die Konferenz mit eingebunden war. Überrascht hat mich jedoch, dass dort nur wenige Menschen Englisch sprechen bzw. überhaupt einen verstanden. Daher hoffe ich dieses Jahr das Land und die Menschen besser kennenzulernen und mehr von Russland zu sehen."
Natürlich freut auch er sich auf die vielen Tourniere, doch hat der Fußballer auch noch ein anderes Ziel: "Ich freue mich hauptsächlich auf St. Petersburg. Ich bin noch nie da gewesen, habe aber sehr oft gehört, dass die Stadt echt toll sein soll."
Auch er ist der Meinung, dass durch die Kranzniederlegung daran erinnert wird, dass man auch zu dunklen Zeiten der deutsch-russischen Beziehungen nicht vergisst: "Gedenkfeiern sind sehr wichtig, um die Erinnerung und Geschichte zu wahren und sich dieser bewusst zu werden. Allerdings denke ich nicht, dass ich damit für meine gesamte Generation spreche. Ich vermute da gibt es leider große Unterschiede."

Wir wünschen allen Teilnehmern eine spannende Reise und hoffen, dass sie die Weltmeisterschaft genießen werden und mit vielen neuen und positiven Eindrücken zurück kommen.
Am 15. Juni geht es los. Die Vorfreude steigt.

Text und Fotos: Maria Hoffmann