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Udmurtien

(c) Elena Rjabina (c) Elena Rjabina

Udmurtien ist eine der farbenprächtigsten russischen Republiken, in der althergebrachte Sitten, Kultur und erstaunlich schöne Natur miteinander zusammenfließen. Es trägt seinen Namen zu Ehren der Udmurten, die traditionell auf dem Gebiet der heutigen Republik leben und der finno-ugrischen Sprachgruppe angehören. Gegenwärtig machen Udmurten etwa 30% der Bevölkerung aus, während etwa 60% Russen und etwas weniger als 10% Tataren sind. Dabei sind in der Republik zwei Sprachen, Russisch und Udmurtisch, national anerkannt. und Außerdem hat Udmurtien eine eigene Verfassung. Es liegt im europäischen Teil Russlands, im westlichen Teil des mittleren Urals, etwa tausend Kilometer von Moskau entfernt.

Das Territorium Udmurtiens ist mit etwa 42 Tausend Quadratkilometern verhältnismäßig klein, ungefähr genauso groß wie Dänemark. Insgesamt leben etwa anderthalb Millionen Menschen dort. Die Hauptstadt der Republik, Ischewsk, war zu sowjetischen Zeiten eine geschlossene Stadt und ihr Name konnte nicht auf Karten gefunden werden. Das liegt daran, dass dort im 19. Jahrhundert auf Anordnung des Zaren Alexander I eine Waffenfabrik gebaut wurde. In der Sowjetzeit begann Ischewsk mit der Produktion des bekannten Kalaschnikow Sturmgewehrs, dessen Gestalter aus der udmurtischen Hauptstadt kam.

Die udmurtische Kultur hat ihre Förderung vor allem der berühmten Aufführung der buranowskier Großmütter (Buranowski Babuschki) zu verdanken. Dieses russische Folkloregruppe belegte beim Eurovision Songcontest 2012 den zweiten Platz und eroberte mit seiner burschikosen Aufführung des berühmten Hits auf Udmurtisch in hellen Nationaltrachten die Herzen des Publikums und der Jury im Sturm. Touristen kommen immer noch in das kleine Dorf Buranovo in der Nähe von Ischewsk, um sich persönlich mit den Großmüttern zu treffen und an einer ihrer Proben im örtlichen Kulturhaus teilzunehmen.

Nicht nur die Hauptstadt und ihre Umgebung ist bei den Gästen Udmurtiens beliebt, sie werden auch von den National- und Naturparks angezogen, die zum Wandern, Reiten oder Flussrafting einladen. Anziehend sind auch kleine Dörfer, in denen man etwas über das udmurtische Leben lernen und somit diese Kultur besser verstehen kann.

Früher waren Udmurten Dorfbewohner, die ihre Siedlungen entlang des Flusses bauten. Ihre Lebensform war untrennbar mit Folklore verbunden, die spirituelles und weltliches Leben verband. Rituelle Lieder und Gedichte, Sprüche und Rituale machen die udmurtische Kultur wirklich einzigartig Nationaltrachten verdienen besondere Beachtung. Helle und farbenprächtig fallen sie sofort ins Auge. Typisch ist, dass sich die Trachten der Bewohner des Nordens und die der Bewohner des Südens in ihrer Farbgebung unterscheiden: Während die ersten weißen Stoff mit roter Stickerei tragen, haben die zweiten melierter Stoff in Rottönen an. Zur Garderobe zählen: Tunika, Schürze, Brustlatz und Gürtel. Männer trugen Hosen und umgürtet Hemden. Traditionelle Schuhe waren Bastschuhe und Filzstiefel.

Heutzutage kann man die Nationaltrachtender Udmurten an zahlreichen Feiertagen sehen. Von diesen ist der berühmteste der "Gerber"-Feiertag (von Udmurtisch "Ger" - Pflug, und "ber", danach), der nationalen Status besitzt. Normalerweise findet er am Ende des Frühlings zu Beginn des Sommers statt. Nach abschließen der Saat oder zu Beginn des Pflügens wird der "Gerber" von Volksaufführungen, Tänzen, Workshops zur Herstellung traditioneller Kunstgegenstände und natürlich dem Nationalessen begleitet.

Elena Rjabina, Journalistin der udmurtischen Zeitschrift Udmurtdun (Welt Udmurtiens), berichtet über den Wert des modernen udmurtischen Lebens, den Wert von Traditionen, Sprache und Kultur für die jüngere Generation des Kulturportals Russland.

Elena ist 27 Jahre alt. Sie wurde in einem Dorf nahe der Grenze zu Tatarstan geboren, lebt aber seit zehn Jahren in Ischewsk. In ihrer Familie sind alle Udmurten. Die udmurtische Sprache ist für sie nicht nur Muttersprache, sondern auch Arbeitssprache: So sind alle Artikel Elenas in der "Umurtdun" in Udmurtisch verfasst.

Weronika Wishnjakowa

Ein Interview mit Elena Rjabina über die udmurtische Kultur kann man hier lesen.