Home | Kontakt | Login | Impressum

Mediathek

<strong>Das Mariinski-Orchester unter der Leitung Gergievs in der Berliner Philharmonie</strong>

(c) Anna Winkelmann (c) Anna Winkelmann

Mit dem Ziel, den interkulturellen Austausch zwischen Deutschland und Russland zu stärken, führt das Ministerium für Kultur der Russischen Föderation und der Regierung der Russischen Föderation dieses Jahr ein ganz besonderes Festival unter dem Titel "Russian Seasons 2019" durch. 453 Veranstaltungen in 77 Städten - das erwartet das interessierte Publikum. Das Programm verspricht die besten russischen Künstler und Ensembles, die einen Einblick in das aktuelle Kulturleben Russlands geben sollen. 2017 fand das Themenjahr in Japan statt, 2018 bat Italien ihre Gastfreundschaft an die russischen Künstler.

Den Auftakt machte am 07. Januar 2019, dem russischen Weihnachtsfest, das Orchester des Mariinksi-Theaters aus St. Petersburg mit der Oper "Jolanthe" in der Berliner Philharmonie unter der Leitung des russischen Star-Dirigenten Valery Gergiev, Leiter des Mariinski Orchesters und musikalischer Leiter des Mariinski Theaters sowie Chefdirigent der Münchener Philharmonie.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Vizeministerpräsidentin der Russischen Föderation, Olga Jurjewna Golodets, sowie dem Chef des Bundespräsidialamtes, Stephan Steinlein.
"In diesem Projekt kommen die glanzvollen Kulturtraditionen des heutigen Russlands besonders schön zur Geltung", - betonte Olga Golodets in ihrer Rede. "Ich freue mich ganz besonders, unsere heutige Veranstaltung mit dem legendären Mariinski-Orchester unter der Führung von Maestro Valery Gergiev eröffnen zu dürfen. Ich bin zuversichtlich, dass die Russischen Saisons unsere Völker noch näher bringen". Steinlein betonte in seiner Begrüßungsrede die Schwierigkeiten in dem politischen Dialog zwischen Deutschland und Russland. "Dennoch ist es wichtig, dass wir den Kontakt nicht abbrechen und uns weiterhin in die Augen schauen", so Steinlein. Der kulturelle Austausch sei dabei besonders wichtig.

Der Saal der Philharmonie in Berlin ist an diesem regnerischen Montagabend bis auf wenige Ausnahmen voll besetzt. Unter erwartungsvollem Applaus tritt Valery Gergiev gemeinsam mit einem jungen Mädchen auf die Bühne. Gergiev stellt sie als Alexandra, eine junge Nachwuchskünstlerin und ein russisches Ausnahmetalent, vor. Sie ist nicht älter als elf Jahre und sitzt doch wie eine erwachsene Frau am großen Flügel vor dem Orchester. Alexandra spielt mit viel Hingabe Bach und Chopin und versetzt das Publikum so bereits zu Beginn des Abends in Erstaunen.
Dann beginnt die Oper "Jolanthe". Das Konzert wird von dem sanften Ton der Bläser eingeleitet. Die Streicher spielen ihren Auftritt. Namenhafte und international bekannte Opernsängerinnen und Opernsänger besetzen die Rollen der Solisten. In verständlich klarem Russisch wird die dramatische Geschichte in Arien gesungen.
Gergiev leitet die Musiker mit Leichtigkeit durch die Höhen und Tiefen dieses Stückes. Wie in einer Symbiose spielt jedes Instrument seinen ganz eigenen Part und klingt in den Augen und Ohren des Zuschauers wie ein nicht zu trennendes Ganzes. Der Chor im Hintergrund gibt an den jeweiligen Stellen die notwendige Fülle, um das dramatische Finale im Crescendo zu unterstreichen. Das Publikum ist wie verzaubert und lauscht gebannt.

Die blinde Königstochter Jolanthe, gesungen von Irina Churilova, weiß nichts von ihrer Krankheit und glaubt, sie habe nur Augen, um zu weinen. Erst der Graf Vaudémont, gesungen von Najmiddin Mavlyanov, der ohne Erlaubnis den verbotenen Garten der Prinzessin betritt, vermag ihr mit seiner Liebe die Augen zu öffnen. Sie erkennt, dass sie nicht sehen muss, weil sie in der Lage ist, zu fühlen. Der maurische Arzt Ibn-Hakia, gesungen von Evgeny Nikitin, gibt der Blinden das Augenlicht zurück. König René, hat den Graf Vaudémont vorher zum Tode verurteilt und wird um seine Barmherzigkeit angefleht. Schlussendlich gibt er nach und es gibt ein Happy End für die frisch Verliebten.
Ein tosender Applaus und stehende Zuschauerinnen und Zuschauer im Saal verabschieden die Musikerinnen und Musiker mit Dankbarkeit für diese glanzvolle Darbietung ihrer Kunst.

Ausblick auf weitere Musikveranstaltungen der "Russian Seasons"

Von Anna Luisa Winkelmann