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Nützliches Medien im Detail


Online-Magazin
 
The Russian Cyberspace Journal
 
»Virtuelle Macht« - ein politischer Faktor von realer Bedeutung? Das Online-Magazin »The Russian Cyberspace Journal« erkundet das Verhältnis von Internet und Politik in Russland

Mitte Februar erschien die erste Ausgabe von »The Russian Cyberspace Journal« unter dem Titel »Virtuelle Macht. Russische Politik und das Internet«. Die akademische Web-Zeitschrift enthält Beiträge in drei Sprachen: Englisch, Deutsch und Russisch. »The Russian Cyberspace Journal« erscheint zukünftig zweimal im Jahr und steht unter zum freien Download zur Verfügung. Anfang März 2009 gingen die deutsche und die russische Version der Homepage des Magazins an den Start. Zum Herausgeberteam gehören Wissenschaftler/innen aus Russland, Amerika, Großbritannien und Deutschland.

In der aktuellen Nummer sondieren internationale Forscher/innen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen, darunter der Politologie und der Medienwissenschaften, der Literatur- und Kulturwissenschaften, die Repräsentationen und Mediationen des politischen Diskurses im russischen Internet. Die Ausgabe berücksichtigt die zentralen politischen Ereignisse des Jahres 2008 in Russland (die Präsidentschaftswahlen und den Konflikt zwischen Georgien und Russland), greift jedoch auch Entwicklungen in den Nachbarländern Ukraine und Belarus auf.

Die Autor/innen untersuchen in ihren Beiträgen, wie
- ein »digital divide« den postsowjetischen Raum zwischen Estland und Turkmenistan teilt;
- partizipative Internetprojekte, soziale Netzwerke und Videoplattformen als politische Technologien genutzt werden, unter anderem zur Mobilisierung des Elektorats;
- führende russische Politiker mittels ihrer Blogs versuchen, soziales und kommunikatives Kapital zu gewinnen;
- russische Schriftsteller/innen in ihren Blogs die aktuellen politischen Ereignisse (nicht) kommentieren;
- die Neuen Medien gezielt eingesetzt werden, um ein Gefühl der nationalen Zugehörigkeit zu schaffen, etwa in dem umstrittenen interaktiven Rating »Der Name Russlands«;
- Geschichtsmythen im Internet »von unten« weiter geschrieben werden, beispielsweise im russisch-ukrainischen Streit um den Schwarzmeerhafen Sewastopol;
- Fernseh- und Internetformate sich zu einer hybriden Medienlandschaft verquicken, in der affirmative und subversive Nutzungen koexistieren, sich bisweilen auch konterkarieren.

Die nächste Ausgabe der Zeitschrift für den Herbst 2009 ist bereits in Planung: sie wird sich speziell der Bedeutung der sozialen Netzwerke widmen, die in Russland sowie in Mittel- und Osteuropa rasant wachsen und jenseits von Myspace und Facebook bereits eigene Brands ausgebildet haben.

www.russian-cyberspace.com