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Tschechow-Salon - Das literarische Museum

(c) Deutsche Tschechow-Gesellschaft e.V.

1998 als einziges Museum für den russischen Schriftsteller und Dramatiker Anton Pawlowitsch Tschechow (1860-1904) in der westlichen Welt eröffnet, ist das Museum in Badenweiler ein herausragender Ort der Literaturpflege und übernationalen kulturellen Begegnung.

Hier steht die Tradition des literarischen Salons des 19. Jahrhunderts als Stätte des freien geistigen Austauschs und der Kulturerfahrungen Pate. Jede Museumsabteilung »erzählt« auf ihre Weise eine eigene Geschichte.


Im Tschechow-Salon wird das Schicksal des Menschen Anton Tschechow und seines Werks gerade auch als ein spannender Ausschnitt der deutschen Kulturgeschichte erkennbar:

Um 1900 sind Russland und Deutschland nicht nur dynamisch, sondern auch kulturell und ökonomisch eng verbunden. Fast 10% aller Gäste des Thermalkurortes Badenweilers, der kleinen Sommerresidenz des Großherzogtums Baden, kamen damals aus dem Russischen Reich.

Auch der schwerkranke Tschechow reist 1904 an, doch erliegt er nach wenigen Wochen seiner Lungenerkrankung, an der er seit 20 Jahren leidet.

Vier Jahre nach seinem Tod errichten russische Freunde und Verehrer, darunter der berühmte Regisseur des Moskauer Künstlertheaters, Konstantin Stanislawski, dem ausländischen Autor Anton Tschechow in Badenweiler ein Denkmal - das erste Denkmal für einen Russen überhaupt außerhalb seines Heimatlandes.

Noch siegen Weltbürgertum, Kunstverstand und Toleranz über die stetig wachsende nationalistische Hybris des wilhelminischen Kaiserreichs. Sogar nur wenige Tage, bevor die Kanonen des Ersten Weltkrieges losdonnern, ist das Tschechow-Denkmal noch einmal Zeuge einer deutsch-russischen Gedenk- und Friedensfeier. Dann geht die weltläufige Kultur des »alten« Europa im Westen wie im Osten unter, mit ihr auch das Tschechow-Denkmal, das einer Metallsammelaktion für Rüstungszwecke überantwortet wird.

Für lange Jahre bleiben Tschechow und sein Werk das Opfer widriger politischer Verhältnisse, erst ab 1954 entsinnt man sich in Badenweiler seiner verlorenen Literaturtradition und beginnt mitten im Kalten Krieg als Versuch der Aussöhnung mit dem ehemaligen Kriegsgegner Sowjetunion, den russischen Schriftsteller Tschechow ins kollektive Gedächtnis zurückzuholen.

Die weitere Rezeptionsgeschichte Tschechows in Badenweiler umfasst viele Initiativen, der »Entspannung« zwischen Ost und West einen eigenständigen Weg zu bahnen, trotz häufig durch die internationale Politik aufgeworfenen Hindernisse.

Badenweiler kommt zudem zugute, dass Tschechow ab den 60er Jahren zum meistgespielten Dramatiker deutschsprachiger Bühnen wird: seine antiideologische, analytisch distanzierte Schreib- und Sehweise treffen den »Zeitgeist« der Nachkriegsgesellschaft und lassen ihn weltweit zu einem der Initiatoren der literarischen Moderne werden.

Adresse:

Tschechow-Salon - Das literarische Museum
Kurhaus Schlossplatz 1
79410 Badenweiler
Baden-Württemberg
Telefon: (07632) 799410
E-Mail: btt.touristinfo@badenweiler.de

Öffnungszeiten

Täglich: 10:00-18:00 Uhr