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Deutsch-Russische Veranstaltungen
Kultur Niedersachsen

Wladislaw Solotarjow. Ein Komponistenportrait mit Musik und Wort

Vladimir Gorup, Bajan (Knopfakkordeon)
Inna Klause, Lesung

Bajan-Werke Solotarjows werden im Urtext gespielt und Ausschnitte aus seinen Tagebüchern sowie seine Gedichte (teilweise auf Russisch und teilweise in deutscher Übersetzung) und Gedichte Aleksandr Bloks, die Solotarjow inspiriert haben, gelesen.

Als einen »durchdringenden Tongestus, der das ganze Leben lang in Erinnerung bleibt« beschrieb die namhafte Komponistin Sofia Gubaidulina die Musik Wladislaw Solotarjows. 1942 im fernen Osten der Sowjetunion geboren, verbrachte dieser Komponist den Großteil seines keine 33 Jahre währenden Lebens in der fernöstlichen Stadt Magadan.

Trotz seiner Herkunft aus der Provinz ist es ihm gelungen, neue Kompositionstechniken des 20. Jahrhunderts in sein Komponieren einfließen zu lassen und dadurch das moderne russische Bajan-Repertoire zu begründen. Mit elf Jahren schenkte ihm sein Vater ein Bajan, das sofort seine Begeisterung weckte. Er begann, darauf eigenständig nach Gehör zu spielen und zu improvisieren.

1958 zog die Familie nach Magadan, das dafür berühmt, ja berüchtigt ist, dass sich dort in den 1930er bis 1950er Jahren das flächenmäßig größte Zwangsarbeitslager des Landes befand. Bereits 1961 begann Solotarjow, ohne professionelle Anleitung, zu komponieren und auf Konzerten vorwiegend seine eigenen Werke zu spielen.
Solotarjow war Mitglied im regimekritischen »Club der schöpferischen Intelligenz«, in dem Samizdat-Literatur kursierte. 1969 und 1970 arbeitete er als Lehrer für Bajan auf der Tschukotka-Halbinsel und unterrichtete daraufhin in Magadan. Nach seiner Heirat 1970 zog er mit seiner Frau nach Moskau und studierte dort 1971 und 1972 am Moskauer Konservatorium.
Depressionen warfen ihn immer wieder schwer zurück. Am 13. Mai 1975 setzte Wladislaw Solotarjow aus freien Stücken seinem Leben ein Ende.

Wladislaw Solotarjows Werke trugen maßgeblich dazu bei, dass das Bajan, bis dahin vorwiegend folkloristisch eingesetzt, zu einem Konzertinstrument wurde und in der E-Musik anerkannt wurde. Nach seinem Vorbild begannen auch andere namhafte Komponisten der russischen Avantgarde, wie Sofia Gubaidulina und Edison Denisov, für Bajan zu komponieren.

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Da die Quellenlage zu Solotarjows Werk recht unübersichtlich und schwierig ist, wurde bisher wenig über ihn und sein Werk geforscht. Werke, die nicht für Bajan komponiert wurden, wie z.B. zwei Oratorien, eine Kantate oder drei Streichquartette, wurden bis heute nicht gedruckt veröffentlicht.

Kategorien:

Klassik, Literatur, Musik, Seminar/Vortrag/Kongress
 

Termin:

Uhrzeit:

17.12.2008 19:30

Veranstaltungsort:

Hochschule für Musik und Theater Hannover Hörsaal 202
Emmichplatz 1
30175  Hannover

Veranstalter:

Hochschule für Musik und Theater Hannover
Telefon: (0511) 3100281
Claudia.Schurz@hmt-hannover.de
www.hmt-hannover.de