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Deutsch-Russische Veranstaltungen
Kultur Berlin

Ausstellung «Russland24Karat» im Museum Karlshorst

Das Deutsch-Russische Museum Berlin-Karlshorst freut sich sehr, Ihnen die Ausstellung
«Russland 24 Karat» mit 29 fotografischen Porträts russischer Künstler, Wissenschaftler und Intellektueller von Ralf Grömminger und Tilda George zu präsentieren.

Zu sehen sind Porträtfotografien in Schwarzweiß und Farbe vor Gold. Die Bilder zeigen Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts, die eines gemeinsam haben: es sind Persönlichkeiten, die der «Herzschlag des heutigen Russlands sind», so die Künstler. Dazu zählen sie die Künstlergruppe AES+F, die schon zweimal auf der Biennale di Venezia vertreten war, Zhores I. Alferov, Träger des Nobelpreises für Physik im Jahr 2000, aber auch den Schauspieler und Regisseur Nikita Michalkow, der 1991 den Goldenen Bären bei den Filmfestspielen von Venedig gewann, oder Lev Zeleny, Direktor des Insti- tuts für Weltraumforschung. Außerdem die Schriftsteller Wladimir Sorokin und Viktor Jerofejew sowie weitere Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Geistesleben-Dramatiker, Schauspieler, Wissenschaftler, Musiker und junge (Kunst-)Studenten. Die Aufnahmen konzentrieren sich meist auf den Kopf, gleichwohl gibt es auch einige Bilder, die den Rahmen etwas weiter fassen: Accessoires treten hinzu oder auch ein kleiner Ausschnitt des umgebenden Raums.

Doch es sind nicht nur die eindringlichen Blicke und Gesten der Porträtierten, die das Spiel mit der Kamera beherrschen und sich bereitwillig für Ralf Grömmingers Aufnahmen inszenieren. Die 26 Fotografien spielen auch formal mit der Idee, «heutige russische (Kultur-)Ikonen» zu zeigen: die Porträtierten sind in allen Fotografien von flächigem, unkörperlichen Gold umgeben. Tilda George, Multimediadesignerin und Fotografin, hat die farbigen Aufnahmen in einem aufwendigen Verfahren mit Blattgold 24 Karat handvergoldet. Schwarzweiße Fotografien wurden als Serigrafie auf mit Blattgold vergoldetes Büttenpapier gedruckt.

Der Verweis auf die traditionelle, über Jahrhunderte nur wenigen Veränderungen unterworfene Ikonenmalerei ist offensichtlich-auch wenn die Persönlichkeiten, die von Grömminger und George porträtiert wurden, sicherlich keine christlichen Heiligen sind, sondern sich teilweise dezidiert als politisch denkende und handelnde Bürger im Russland der Jetztzeit betrachten und den Veränderungen und Brüchen der russischen Geschichte im 20. und 21. Jahrhundert zum Trotz ihren eigenen Weg gegangen sind.

Das kostbare Material «Gold» ist aber nicht Träger immaterieller Bedeutung. Obwohl der Goldgrund ebenso wie in der russischen Ikonenmalerei die Porträtierten der Sphäre des Irdischen enthebt, ist Gold eben nicht nur ein kostbares Material, sondern auch von hohem materiellem Wert. Und so spielen die Bilder von «Russland 24 Karat» gleichzeitig auch mit dem Klischee des heutigen Russland, in dem Gold äußeres Zeichen von ma- teriellem Reichtum und damit Beweis für die Akkumulation von Kapital und Kaufkraft einiger superreicher Oligarchen ist. Diesem Russlandbild setzen die beiden Künstler mit ihren Ikonen des heutigen Russland etwas Anderes entgegen: die Kraft des unabhängigen und freien Geistes, der vielleicht das eigentliche Kapital Russlands darstellt.

Gemeinsam mit Texten der Porträtierten wurden die Werke erstmals 2013 im Museum Kornwestheim gezeigt. Danach waren sie auch in der Galerie am Festungsgraben Berlin sowie der Galerie der Akademie der Künste Moskau zu sehen.

Kategorie:

Ausstellung
 

Termin:

20.10.2017 - 29.12.2017

Veranstaltungsort:

Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst
Zwieseler Straße 4
10318  Berlin
(030) 50150810

Veranstalter:

Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst
Telefon: (030) 50150810
kontakt@museum-karlshorst.de
www.museum-karlshorst.de