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Deutsch-Russische Veranstaltungen
Bildung / Wissenschaft Hessen

Russland-Salon im Grillhaus "KUST" in Klarenthal

Mit der Tradition des Russland-Salons möchten wir unseren Mitgliedern und allen an hessisch-russischen Beziehungen Interessierten einen Rahmen für aktuelle Themen geben, die beim gemütlichen Zusammensein diskutiert werden können. Der nächste Themenschwerpunkt in der Reihe, zu der wir Sie herzlich einladen, lautet:
"Das Schicksalsjahr 1917 und die russische Philosophie: Rückblicke und Ausblicke."
Referent: Prof. Dr. Rainer Goldt, Universität Mainz
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebten die russische Literatur, Kunst und Philosophie eine neue Blütezeit. Utopische Sehnsüchte, mystische Weltsicht und apokalyptische Ahnungen verbanden sich zu einem bis heute faszinierenden und in der europäischen Kultur teilweise einzigartigen Kaleidoskop kreativer Energie.
Der Vortrag beschäftigt sich mit ausgewählten Facetten des russischen Denkens im Umkreis der russischen Revolution von 1917 und ihres Widerhalls bis in die gegenwärtige Politikstrategie des Kremls.
Er beginnt mit einer Analyse des berühmten, im letzten Jahr erstmals in deutscher Übersetzung erschienenen Sammelbandes "De profundis", in dem 1918 unter Bezug auf Psalm 130 die damals einflussreichsten russischen Denker eine erste Analyse des Oktoberumsturzes unternahmen. Das druckfertige Werk durfte damals nicht erscheinen und zirkulierte lediglich illegal in kleinen Kreisen, ehe es 1990 erstmals in Russland publiziert werden konnte. Eine zweite, lange Zeit verschollene und vom Vortragenden wiederentdeckte Analyse der Revolution schließt sich an - bezeichnend, dass der Verfasser das Werk aus Sicherheitsgründen später selbst aus seinem eigenen Schriftenverzeichnis tilgte, um nicht von den Säuberungen verschlungen zu werden. Im zweiten Teil des Vortrags wird es dann um den Widerhall der Philosophie dieser Zeit gehen: einmal im Werk des Deutschen Walter Schubart, den seine Russlandbegeisterung in den GuLAG und schließlich in den Tod führen sollte und der als ein in seiner Bedeutung erst heute gewürdigter Mittler zwischen den Kulturen gelten darf, zweitens in der Rolle, die der in Europa umstrittene russische Philosoph der ersten Emigrationswelle Ivan Iljin beispielhaft für die gegenwärtige Staatsideologie und namentlich Vladimir Putin selbst erlangte.

Prof. Dr. Rainer Goldt arbeitet am Institut für Slavistik der Universität Mainz.
Seine Forschungsgebiete sind die russische Literatur des 19.-21. Jahrhunderts, deutsch-russische Kulturbeziehungen sowie russische Philosophie. Er ist im wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Dostojewskij-Gesellschaft tätig und gehört zu den Mitbegründern der seit über 25 Jahren existierenden internationalen Forschungsgruppe für russische Philosophie.

Um Voranmeldung bis zum 17. Februar 2018 wird gebeten an die Mailadresse: majastunz@gmx.de
Wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen!
Mit freundlichen Grüßen Ihr HERUS-Vorstand

Kategorie:

Vortrag
 

Termin:

Uhrzeit:

19.02.2018 19:00

Veranstaltungsort:

Grillhaus Kust
Otto-Wels-Straße 138
65197  Wiesbaden

Veranstalter:

Herus e.V.
Telefon: (0611) 4504818
info@herus-ev.com
www.herus.info