Home | Kontakt | Login | Impressum

Deutsch-Russische Veranstaltungen
Kultur Berlin

Die Sanfte (Krotkaya), OmdU

Eine Frau lebt alleine am Rande einer kleinen russischen Stadt. Ihr Mann ist im Gefängnis, regelmäßig schickt sie ihm Pakete. Als eines ihrer Päckchen zurückkommt, bemüht sie sich, den Grund dafür zu erfahren. Doch ihre Nachfragen bei den Behörden führen zu keinem Ergebnis. Schließlich macht sie sich auf einen langen Weg, um Klarheit zu gewinnen über das Schicksal ihres Mannes. Die Reise in die Gefängnisstadt am andere Ende Russlands ist beschwerlich. Die Menschen, denen sie begegnet, scheinen von einer tiefgehenden Lethargie geprägt zu sein. Jeder hat eine Theorie über den Lauf der Dinge parat, aber niemand scheint daran zu glauben, dass die Lage irgendwann wieder besser wird. Ihre Suche nach Antworten führt die Frau schließlich immer tiefer in einen Sumpf aus Ignoranz, Selbstsucht, Gewalt und Unmenschlichkeit, die sie stoisch erträgt. Wird sie Gerechtigkeit erfahren und ihren Mann wiedersehen?

"?Das Land ist Russland, aber es wird als geographisches und geistiges Gebiet wahrgenommen. Die Dreharbeiten fanden in Daugavpils in Lettland statt, eine kleine Stadt mit einem russischen Bevölkerungsanteil von 90%. Wir haben dort aus logistischen Gründen gefilmt: sie liegt innerhalb der EU, daher braucht man kein besonderes Visum, aber die Spuren der Zeit unter Sowjetherrschaft sind noch deutlich. Es gibt auch zwei große Gefängnisse in der Gegend, eines davon ist auch im Film zu sehen. Man findet diese Art von Gefängnissen überall in Russland. Sie wirken wie Festungen. Sie sehen seltsam aus, wie einsame, romantische Burgen, recht hübsch anzusehen in der Landschaft. Doch zugleich sind sie abstoßend, da niemand wirklich weiß, was in ihnen vorgeht. Stalin ordnete an, die Ziegelbauten weiß zu streichen, wahrscheinlich um ihnen das Aussehen von Klöstern zu verleihen (lacht). Das aus dem Film trägt den Spitznamen 'der weiße Schwan'. Es gibt noch ein anderes, das heißt ?der schwarze Schwan?. Ich beginne immer mit dem großen Ganzen und konzentriere mich später auf die feinsten Stellen, die Spitze der Nadel. Beim Filmemachen geht es darum, eine Idee zu haben, mit der dann durch die Leute, die Schauspieler, die Orte und die Gestaltung des Sets ein gutes Ergebnis erzielt wird. Hierbei ist es von enormer Wichtigkeit, trotz der Herausforderungen des tatsächlichen Filmens, seiner anfänglichen Idee treu zu bleiben." (Sergej Losniza im Interview)

Frankreich/ Deutschland/ Litauen/ Niederlande 2017, 143 min, russ. mit dt. UT

Regie: Sergej Losniza

Kategorie:

Film
 

Termin:

06.06.2018 - 08.07.2018

Veranstaltungsort:

Kino Krokodil
Greifenhagener Straße 32
10437  Berlin
(030) 44049298

Veranstalter:

Kino Krokodil
Telefon: (030) 44031252
gabriel.hageni@web.de
www.kino-krokodil.de