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Deutsch-Russische Veranstaltungen
Kultur Berlin

"aus Spiegeln beschoß uns das Licht": Ein russisch-deutsches Projekt zum 100. Geburtstag des Dichters Johannes Bobrowski

EIN DIALOG ZWISCHEN SPRACHE UND BILD

Fotografie von Dmitry Vyshemirsky
Gedichte von Johannes Bobrowski
Schirmherr des Projekts
Michael Grunst, Bezirksbürgermeister Berlin-Lichtenberg

Am Freitag, dem 12. Oktober 2018 wird um 19 Uhr in der Galerie des Kulturhauses Karlshorst unter dem Titel "aus Spiegeln beschoß uns das Licht" ein besonderes russisch-deutsches Projekt durch den Bezirksbürgermeister Berlin-Lichtenberg und Schirmherrn Michael Grunst eröffnet. Es ist dem 100. Geburtstag des Dichters Johannes Bobrowski gewidmet, aus dessen Gedicht "Im Strom" die Titelzeile des Projekts stammt. Das Vorhaben findet im Rahmen des Kunst- und Kulturaustauschs der Städtepartnerschaft unseres Berliner Bezirks Lichtenberg mit Kaliningrad | Russland statt.

Damit knüpft es an die, seit 2001 sehr erfolgreichen national wie auch international beachteten Projekte mit Ausstellungen, Lesungen, Konzerten, Filmen und Gesprächen sowie Begegnungen mit Künstlerin-nen und Künstlern, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aber auch vielen interessierten Menschen aus Deutschland und der Partnerstadt Kaliningrad an.
Auftakt des Projekts ist die Eröffnung der gleichnamigen Ausstellung des Kaliningrader Künstlers Dmitry Vyshemirsky mit Fotoserien zu Erinnerungsorten und Gedichten des bedeutenden deutschen Dichters Johannes Bobrowski und einer Auswahl von Gedichten des Dichters. Ein umfangreiches Begleit-programm mit Film, Lesungen und Gesprächen mit russischen und deutschen Literaturwissen-schaftlern, mit Soziologen und Philosophen vertieft die Thematik der Ausstellung.

Teil I. der Ausstellung ist vom 12. Oktober bis zum 25. November 2018 in der Galerie im Kulturhaus Karlshort und Teil II. vom 12. Oktober bis 8. November 2018 im Rathaus in Lichtenberg zu sehen. Erstmals wird mit insgesamt über 60 Fotografien eine besondere Auswahl von fotografischen Arbeiten zum Dialog des Fotografen mit dem Dichter gezeigt. Wichtige Gedichte von Johannes Bobrowski vertiefen dieses Anliegen.

Anlässlich der Ausstellung erscheint eine Publikation mit über 80 Fotografien von Dmitry Vyshemirsky, einer kleinen Auswahl von 7 Gedichten von Johannes Bobrowski und vier Texten von russischen und deutschen Wissenschaftlern.

Im Zentrum der Ausstellung, die am 12. Oktober 2018, um 19 Uhr in der Galerie des Kulturhauses Karlshorst eröffnet wird, steht der Dialog zwischen Sprache und Bild. Johannes Bobrowski, einer der wichtigsten deutschen Dichter und Erzähler, wurde 1917 in Tilsit (heute Sowjetsk) geboren, in Königsberg (seit 1946 Kaliningrad) ging er zur Schule. Beide Orte gehören heute zum Kaliningrader Gebiet und damit zu Russland, in beiden Orten gedenkt man des 1965 in Berlin verstorbenen Autors. Aus erschüt-ternder Erfahrung im Zweiten Weltkrieg und dem tiefen Bewusstsein der historischen Schuld der Deutschen gegenüber den Völkern Osteuropas entwickelte Johannes Bobrowski sein literarisches Programm. Es ging ihm, auf höchstem sprachlich-stilistischem Niveau, um eine poetische Beschreibung der osteuropäischen Kultur- und Geschichtslandschaft. Und es ging ihm darum Vergessenes zu erinnern und durch Gedichte und Prosaarbeiten zur Versöhnung und Verständigung zwischen den Völkern beizutragen.

Als Dmitry Vyshemirsky, geb. 1958 in der Ukraine, 1960 nach Kaliningrad kam, war die Stadt im Zent-rum noch sehr zerstört. Vyshemirsky beschäftigte sich seit den späten 1980er nicht nur mit der Geschichte Kaliningrads, sondern auch mit der wechselvollen Geschichte Russlands. Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehört die Fotoserie "Spuren des Gulag", die in der Zeit der Perestroika an Orten der stalinschen Lager im Norden der Sowjetunion entstand, sowie "Königsberg verzeih" und "post", die dem östlichen Teil Preußens bzw. der Geschichte des Kaliningrader Gebiets gewidmet sind. Den deutschen Dichter Johannes Bobrowski entdeckt der Kaliningrader Fotograf durch eine Ausstellung im Jahre 2000. Er ist beeindruckt von der Stärke und der Bildhaftigkeit seiner Gedichte. Vyshemirsky will wie Bobrowski an Vergessenes erinnern und vor dem Hintergrund der Geschichte Kaliningrads zur Verständigung zwischen den Völkern beitragen.

Dmitry Vyshemirsky lebt und arbeitet seit 2015 freiberuflich in Berlin. Seit 1990 ist er Mitglied der "Russian Society of Art Photographers". Seine Werke sind in zahlreichen Ausstellungen in Russland, Europa und den USA, sowie in Veröffentlichungen von Fotoalben zu sehen. Seit den 1980er Jahren entstehen Serien u.a. zum post-deutschen und post-sowjetischen Kulturraum der Region Kaliningrad.

Eröffnung: 12.10.2018, 19 Uhr

"Wiederkehr" (Dokumentarfilm)
Volker Koepp, Dokumentarfilmregisseur; Moderation: Dr. Klaus Harer, Literaturwissenschaftler, Deutsches Kulturforum östliches Europa
Samstag, 20.10.2018, 16.00 Uhr

"Von Königsberg nach Kaliningrad. Ein russisch-deutsches Gespräch zum 100. Geburtstag des deutschen Dichters Johannes Bobrowski"
mit Prof. Dr. Vladimir Gilmanov, Literaturwissen-schaftler, Philosoph (Kaliningrad); Dr. habil. Andreas Degen, Literaturwissenschaftler, Universität Potsdam; Moderation: Dr.Klaus Harer, Literaturwissenschaftler, Deutsches Kulturforum östliches Europa
Sonntag, 28.10.2018, 16.00 Uhr

Künstlergespräch
Dmitry Vyshemirsky, Kunstfotograf (Kaliningrad) und Prof. Dr. phil. Olga Sezneva, Soziologin (Amsterdam) Moderation: Brigitte Graf
Sonntag, 25.11.2018, 16.00 Uhr

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Kategorie:

Ausstellung
 

Termin:

12.10.2018 - 25.11.2018

Veranstaltungsort:

Kulturhaus Karlshorst
Treskowallee 112
10318  Berlin
(030) 5098581

Veranstalter:

ART - interWALL